PowerBASIC FORMS - Erläuterungen an einem Beispiel
 

Die ansprechende Gestaltung von Bedienoberflächen ist ein wichtiger und wesentlicher Arbeitsschritt bei der Entwicklung von Software für Windows. Sind Sie durch die mühsame Gestaltung aufwändiger Oberflächen genervt? Sind Sie mit dem Aussehen Ihrer Programme immer zufrieden? Häufig wird Software nach dem äußeren Erscheinungsbild beurteilt. Wesentlich ist natürlich auch die anwenderfreundliche Bedienbarkeit. Also entscheidende Merkmale, die sich mit PB/FORMS optimal gestalten lassen!

PowerBASIC FORMS stellt zweifellos eine große Hilfe dar. Der Zeitaufwand für die optische Gestaltung der Programmoberfläche reduziert sich auf ein Minimum. Einzelne Steuerelemente lassen sich häufig in nur wenigen Sekunden einbauen. Zudem sind Farben und Schriften (Font und Größe) viel leichter auszuwählen, weil man das Aussehen sofort am Bildschirm beurteilen kann.

PB/FORMS dient jedoch nicht nur zur komfortablen Gestaltung der optischen Erscheinung! PB/FORMS erstellt ein vollständig lesbares, editierbares und sofort kompilierbares PowerBASIC Programmgerüst, welches später an den verschiedenen Stellen nur noch mit PowerBASIC Quelltext (Berechnungen, Datenspeicherung etc.) ergänzt werden muss - jedes Programm soll ja auch etwas leisten. PB/FORMS generiert keine externen Runtime-Bibliotheken! Der erzeugte Quelltext kann nicht nur im PowerBASIC Editor verändert werden, sondern auch später wieder in PB/FORMS geladen und überarbeitet werden.

Gerade für PB/DOS-Programmierer stellt PB/FORMS eine wirklich große Hilfe dar. In der Regel wissen DOS-Programmierer aufgrund langjähriger Erfahrung mit PowerBASIC sehr genau, wie man Berechnungen, Datei- und Stringverarbeitung etc. programmiert. Der Umstieg nach Windows wurde früher oft nur wegen dem Aufwand für die Erstellung der Bedienoberflächen aufgeschoben. Mit PB/FORMS sollten Schaltflächen, Listboxen, Eingabefelder, Schiebebalken und all die anderen typischen Windows-Steuerelemente kein Problem mehr darstellen! Über eine Auswahl aus etwa vierzig Standard-Parametern kann man das neue Dialogfeld ganz an die persönlichen Vorstellungen anpassen. Die einmal festgelegte Gestaltung läßt sich als Stilrichtung für weitere ähnliche Projekte speichern. So entsteht sehr schnell eine kleine Sammlung mit getesteten und bewährten Lieblingsstilrichtungen, welche sich für weitere Projekte jederzeit wieder nutzen lassen.

Weil viele Anwender die TAB-Taste gegenüber der Maus bevorzugen, um zum nächsten Steuerelement zu springen, ist innerhalb von Dialogen die Reihenfolge der einzelnen Steuer-Elemente wichtig. Häufig zeigt sich die optimale Anordnung noch nicht beim ersten Anlauf. Nach dem Einfügen von nachträglichen Elementen soll die Reihenfolge leicht geändert werden können. PB/FORMS zeigt die Reihenfolge sehr übersichtlich und erlaubt Änderungen auf wirklich einfache Art und Weise.

Bereits nach kurzer Zeit werden Sie für Ihre Programmentwicklung PB/FORMS nicht mehr missen wollen! Listboxen, ComboBoxen, Baumstrukturen und - nicht zu vergessen - die in allen größeren Windows-Programmen notwendigen Pulldown-Menüs, einschließlich Tastenkürzel und Trennlinien. Dies alles und vieles mehr stellt kein Problem mehr dar! Dabei ist der Umgang mit PB/FORMS wirklich leicht zu erlernen! Eine ausführliche Online-Dokumentation mit einem Schritt-für-Schritt nachvollziehbarem Projekt erleichtert den Einstieg. Natürlich gibt es auch eine Anzahl leicht verständlicher Beispiele.

Haben Sie Ihre Oberflächen bisher mit Visual Basic, Visual Studio oder von Hand mit DDT erstellt? Kein Problem! Mit wenigen Mausklicks können Sie diesen Bestand übernehmen.

Und noch etwas: Wissen Sie wenig über den Umgang mit Resourcen? PB/FORMS erledigt auch dies automatisch. Alle notwendigen Bitmaps, Icons, Images werden über PB/FORMS automatisch eingebunden. Oder wollen Sie Ihre Symbolleiste mit kleinen Hilfetexten ausstatten. PB/FORMS speichert diese ebenfalls für Sie und ermöglicht, dass alle diese Resourcen in die ausführbare EXE-Datei eingebettet werden!

Das 100 Millionen Projekt

Durch ein kleines Beispiel soll die Arbeit mit PB/FORMS verdeutlicht werden. Die Zeitersparnis steigt natürlich sprunghaft an, je größer das Software-Projekt wird oder wenn innerhalb eines Projektes eine Vielzahl von verknüpften Dialogen notwendig werden. Auch wenn eine wirklich große Zahl von Steuerelementen in einzelnen Dialogen unterzubringen sind, wird man auf PB/FORMS nicht mehr verzichten wollen!

Nach dem Starten von PB/FORMS beginnen wir unser kleines Projekt durch Anklicken von "New Dialog" ganz links in der Symbolleiste. Es erscheint ein neues Dialogfeld im Anwendungsbereich.

In den meisten Fällen werden die vorgegebenen Abmessungen nicht gleich passen und so wird man das Dialogfeld mit der Maus auf die gewünschte Größe ziehen. Durch einen Doppelklick in die Titelleiste erscheint das Eigenschaftenmenü (Dialog Properties), womit alle für das Erscheinungsbild wichtigen Merkmale (Titel, Farben, Schriftart und -größe, Schließen-Schaltfläche etc.) festgelegt werden können.

Wichtiger Bestandteil von PB/FORMS ist die Toolbox (Werkzeugauswahl) mit etwa 28 Windows-Steuerelementen. Das Hinzufügen von Schaltflächen und Eingabefeldern ist ein Vorgang von jeweils nur wenigen Sekunden. Doppelklick auf das entsprechende Element in der Toolbox, Positionieren des Elementes im Dialogfeld, gegebenenfalls mit der Maus vergrößern oder verkleinern und schließlich über das Eigenschaftenfenster den gewünschten Text eintippen - fertig! Für viele Arten von Steuerelementen reichen diese paar wenigen Schritte.

Das Ergänzen von Textfeldern ist genauso schnell erledigt. Zwischendurch kann man immer wieder in den Testmodus gehen, um zu beurteilen, wie sich die gewählten Farben und Größen der einzelnen Steuerelemente am Bildschirm darstellen.

Farben lassen sich exakt entsprechend den persönlichen Vorstellungen anpassen.

In unserem kleinen Beispiel soll zunächst kurz erklärt werden, um was es geht. Hierzu werden zwei Textbereiche in das Fenster eingefügt. Also einfach in der Werkzeugauswahl doppelt auf das Textsymbol klicken und mit der Maus auf den gewünschten Bereich in das Dialogfeld ziehen, die Größe anpassen und den gewünschten Text eintippen. Farbe, Font, Schriftgröße und alle Textattribute werden genauso wie bei vielen anderen Windows-Programmen ausgewählt.

Wir benötigen zwei Eingabefelder. Also wieder Doppelklick in der Werkzeugauswahl auf das TextBox-Symbol, in das Dialogfeld ziehen und mit der Maus die gewünschte Größe festlegen. Natürlich kann man die gewünschte Position und Größe über den Eigenschaftendialog auch als Zahlenwert eingeben. Manchmal wird man auch weitere Eigenschaften wie Farbe oder Textvorgabe festlegen.

Das Beispiel soll zwei Schaltflächen erhalten. Auch dies läuft wieder nach dem bereits bekannten Schema ab. Doppelklick auf das Schaltflächen-Symbol in der Werkzeugauswahl, in den gewünschten Bereich in das Dialogfeld ziehen und mit der Maus auf die gewünschte Größe ziehen. Anschließend doppelt auf die Schaltfläche klicken und weitere Eigenschaften wie Beschriftung und Attribute für die Darstellung festlegen. Fertig!

Spätestens jetzt kann man sich die neu erstellt Oberfläche über den Testmodus ansehen und gleich ausprobieren, wie man Daten eingibt und mit der TAB-Taste von Element zu Element springt. Wenn etwas noch nicht ganz passen sollte, lassen sich die einzelnen Steuerelemente beliebig verändern. Sobald alles in Ordnung ist, speichert man das Projekt und erhält dabei einen ausführbaren PowerBASIC-Quellcode, welcher sich über PB/WIN sofort laden und ausführen läßt!

Ein Ergebnis für die Multiplikation kann man natürlich noch nicht erwarten, weil der entsprechende Programmcode noch fehlt. Probiert man es trotzdem, d.h. lädt, kompiliert und führt man das kleine Beispiel aus, so sieht man wieder das Fenster in der endgültigen Form und kann auch Werte in die Eingabefelder eintippen. Beim Anklicken der Schaltfläche für die Berechnung passiert noch nicht viel. Lediglich eine Mitteilung informiert, welche Schaltfläche gedrückt wurde. Dieser Hinweis erfolgt über den Befehl MSGBOX und genau dort im Quellcode, wo der MSGBOX-Befehl steht, muss unser Programmcode für die Berechnung eingefügt werden.

Schaut man sich bei dieser Gelegenheit den automatisch durch PB/FORMS generierten Quelltext näher an, so kann man eine klare Gliederung erkennen. Die meisten Windows-Programme sind im Prinzip so aufgebaut. Über die Funktion PBMAIN wird der Dialog mit allen Steuerelementen aufgebaut und auf den Bildschirm gebracht. Wird sodann ein Ereignis (Mausklick, Tastatureingabe etc.) ausgelöst, so wird in eine sog. Callback-Funktion verzweigt. Falls dort für das jeweilige Ereignis eine Behandlung vorgesehen ist, wird dieser entsprechende Programm-Code ausgeführt.

In unserem Beispiel geht es lediglich darum, jeweils die Zahlen aus den Eingabefeldern auszulesen. Damit keine Unklarheiten entstehen können, werden zur Sicherheit die gelesenen Werte wieder in die Felder zurückgeschrieben. Innerhalb einer FOR-NEXT- Schleife erfolgt die Multiplikation der beiden Werte genau einhundertmillionenmal hintereinander. Über TIMER wird vor und nach der Schleife die Zeit gestoppt. Das Ergebnis und die Rechenzeit wird in das 2. Textfeld geschrieben. Das Programm steht solange zur Verfügung, bis die ENDE-Schaltfläche angeklickt wird und dadurch wieder die entsprechende Behandlung ausgelöst wird.

Wer das kleine Beispiel auf seinem eigenen Rechner ausprobieren möchte, kann sich die ausführbare 100MIO.EXE downloaden. Stellen Sie fest, wie lange Ihr Rechner für einhundertmillionen Multiplikationen braucht!  Wer sich nicht mit Programmierung auskennt, ist immer total verblüfft, dass eine einfache Rechnung wie z.B. 3*5 genauso lange dauert, wie z.B. 12345.789 * 9876.54. Kaum zu glauben ... ?

Auch den Quelltext 100MIO.BAS kann man sich über den Browser anschauen und natürlich über Cut&Paste zum Nachvollziehen in den Editor von PB/WIN kopieren.

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